Kloster Seligenstadt (Foto: M. Leukel/Staatliche Schlösser und Gärten Hessen)

Veranstaltungen
Unsere Vorträge im Winterhalbjahr finden jeweils um 19:30 Uhr im KongressCenter im Kurhaus Bad Homburg v. d. Höhe statt. Die Vorträge sind öffentlich, der Eintritt ist frei.
Unser aktuelles Vortragsprogramm finden Sie hier zum Herunterladen:
80 Jahre Staatliche Schlösser und Gärten Hessen – vielfältige Expertise für das kulturelle Erbe. Eine Hommage an Kirsten Worms (1962–2026)
Vortrag von Dr. Katharina Bechler, Bad Homburg v. d. Höhe
Donnerstag, 1. Oktober 2026, 19:30 Uhr, Kurhaus Bad Homburg
Der Vortrag anlässlich des 80jährigen Jubiläums der hessischen Schlösserverwaltung stellt vor allem die Arbeit von 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Vordergrund: Sie betreuen 48 Schlösser, Gärten, Burgen, Klöster und Denkmäler: von Bad Karlshafen im Norden bis Schloss Hirschhorn im Süden. Beispiele aus vielfältigen Arbeitsbereichen der Gartendenkmalpflege, der Baudenkmalpflege, Restaurierung und den Museen, den Herausforderungen des Klimawandels oder der digitalen Vermittlung werden vorgestellt.
„Wir geben Geschichte Zukunft“ war die Vision von Kirsten Worms (1962–2026), Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen von 2018 bis 2026. Sie betonte stets die Arbeit der hessischen Schlösserverwaltung als Auftrag für die Öffentlichkeit. Schlösser, Burgen und Gärten sind nicht nur architektonische Schönheiten und bedeutende historische Orte: Die Sehenswürdigkeiten sollen Räume des Zusammenkommens sein. Der Schlosspark Bad Homburg macht das täglich sichtbar.
Zwei historische Daten zeigen, wie tief diese Orte in unsere gemeinsame Geschichte eingeschrieben sind: das Wilhelmsbader Fest von 1832 – ein Erinnerungsort der deutschen Freiheitsgeschichte. Und das Jagdschloss am Niederwald, wo 1948 die Grundlagen für das Grundgesetz erarbeitet wurden.
Der Vortrag zum 80jährigen Jubiläum gibt somit auch Einblicke in Schwerpunkte der Arbeit der vergangenen 8 Jahre unter Leitung von Kirsten Worms.
Dr. Katharina Bechler studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Kommunikationswissenschaften an Universitäten in Bamberg, Prag und Berlin. Sie wurde mit einer Dissertation über das Schloss Oranienbaum bei Dessau an der Technischen Universität Berlin promoviert. Berufliche Stationen waren das Landesamt für Denkmalpflege Berlin, die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, das Kultur- und Archivamt des Landkreises Ravensburg und die Städtischen Museen Hanau. Seit 2019 leitet sie das Fachgebiet Museen, Sammlungen, Bildung und Vermittlung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Sie verantwortete zahlreiche Ausstellungen und Forschungen zum europäischen Kulturtransfer vom 17. bis 19. Jahrhundert sowie zur Malerei des 18. bis 21. Jahrhunderts. Ihr aktueller Arbeitsschwerpunkt liegt in der Forschung und Vermittlung von Schlössern und Gärten im 20. Jahrhundert.
Vom "Haus der Länder" zum "Haus der Begegnung"
Ein demokratiehistorischer Streifzug durch Königstein im Taunus
Exkursion am Samstag, 17. Oktober 2026

Königstein im Taunus ist weit mehr als ein idyllisches Kurstädtchen – es ist ein zentraler Schauplatz deutscher Demokratiegeschichte. Unser Rundgang verbindet frühe Freiheitsbestrebungen und die parlamentarischen Hoffnungen des 19. Jahrhunderts mit der Gründung der Bundesrepublik und der demokratischen Mitgestaltung vor Ort.
Eine besondere Station ist dabei die Villa Rothschild. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie als „Haus der Länder“, zwischen 1948 und 1950 als Tagungsstätte, in der u.a. Beratungen dazu beitrugen, den Weg zur Verabschiedung des Grundgesetzes und zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland zu ebnen.
Der Spaziergang führt uns weiter zum modernen Rathaus. Nach der Mittagspause in den Ratsstuben (Selbstzahler), besichtigen wir die Burg Königstein. Unter den Mainzer Kurfürsten wurde die Festung als Staatsgefängnis genutzt. Im Jahr 1793 waren hier Anhängerinnen und Anhänger der Mainzer Republik inhaftiert, die für republikanische Ideen eingetreten waren.
Von diesen frühen republikanischen Bestrebungen führt unser Blick zum demokratischen Aufbruch des Jahres 1848 und zur Marienkirche. Hier versammelten sich 726 Wahlmänner aus den Ämtern Höchst, Idstein, Königstein, Reichelsheim und Usingen, um ihren Abgeordneten für die Frankfurter Nationalversammlung zu bestimmen.
Die gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit stehen schließlich am Haus der Begegnung im Mittelpunkt. Das katholische Kongresszentrum war als Tagungsort eng mit dem „Königsteiner Kreis“ verbunden, einer Vereinigung von Juristen und Volkswirten, die aus der sowjetischen Besatzungszone und der DDR geflüchtet waren und sich für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzten.
Wir fahren mit dem Reisebus am Samstag, 17. Oktober, um 10:00 Uhr in Bad Homburg vom Bahnhof ab und werden abends voraussichtlich gegen 18:00 Uhr wieder dort ankommen. Bitte beachten Sie, dass im Restaurant Ratsstuben nur Barzahlung möglich ist.
Mitglieder der gastgebenden Vereine (Förderverein Kreisarchiv des Hochtaunuskreises, Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe) zahlen einen Unkostenbeitrag von 25,- €; Gäste zahlen 35,- €. Änderungen im Programm sind vorbehalten. Bitte überweisen Sie den Teilnahmebeitrag erst nach Erhalt einer Anmeldebestätigung.
Lahnmarmor: Seine Pracht, Zeichen der Macht
Vortrag von Willi Wabel (Heidelberg)
Donnerstag, 12. November 2026, 19:30 Uhr, Kurhaus Bad Homburg
Lahnmarmor, dieser polierfähige Kalkstein, der in unterschiedlichen Farbvariationen und Musterungen vorkommt, wurde seit etwa 1600 in der Lahnregion abgebaut und erfreute sich in der Barockzeit großer Beliebtheit. Ungefähr 120 alte Steinbrüche wurden von der geologischen Forschung erfasst, von denen heute keiner mehr genutzt wird.
Es waren die Fürsten der Barockzeit, allen voran die Kurfürsten von Mainz, Trier und Köln, die ihre Dome und Schlösser prunkvoll ausstatteten, um ihre Bedeutung zu zeigen. Andere Fürsten im Bereich des Flusssystems Rhein-Mosel-Main folgten.
In der napoleonischen Zeit wurde durch die Säkularisation der Marmorverbrauch stark beeinträchtigt. Erst mit der Gründung des Deutschen Bundes entwickelte sich durch die selbstbewussten Staaten eine lebhafte Bautätigkeit, die bis zur Revolution von 1848 andauerte. Eine Blütezeit für den Lahnmarmor begann dann mit der Reichsgründung und die Bautätigkeit von Preußen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Lahnmarmor auch in die USA exportiert. Die letzten größeren Arbeiten mit dem Material entstanden während der Nazizeit.
Willi Wabel beschäftigt sich nach seiner beruflichen Tätigkeit als Marketingdirektor in einem großen Chemieunternehmen seit über zwanzig Jahren mit den kunstgeschichtlichen und heimatkundlichen Aspekten des Lahnmarmors und unterstützt das Lahn-Marmormuseum in Villmar. Im Laufe seiner Forschungsarbeiten hat er mehrere Monographien und Aufsätze in seinem Forschungsgebiet veröffentlicht, darunter die Bücher „Form – Farbe – Glanz. Lahnmarmor im Barock“ und „Opulenz in Stein. Lahnmarmor in der Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts“.
Jella Lepman. Exilantin, Visionärin, Netzwerkerin. Wie ihr Einsatz für die Kinder- und Jugendliteratur im Bad Homburg der Nachkriegszeit seinen Anfang nahm
Vortrag von Dr. Sabine Baumann (Frankfurt am Main) und Alexandra Rak (Hofheim am Taunus)
Montag, 14. Dezember 2026, 19:30 Uhr, Kurhaus Bad Homburg
In der Nachkriegszeit litten die Menschen nicht nur in materieller Hinsicht Not. Es fehlte ihnen auch an geistiger Nahrung, durch die sie Hoffnung auf einen demokratischen Neuanfang schöpfen konnten. Die Journalistin Jella Lepman (1891−1970) kehrt nach Ende des Zweiten Weltkrieg als Beraterin der US-Army nach Deutschland zurück, genauer gesagt nach Bad Homburg. Und dort nimmt Lepmans Mission ihren Ausgang: der Aufbau einer besseren, friedlicheren Welt für Kinder und durch Kinder, mit Hilfe von guter Literatur. Sie baut Netzwerke und bleibt beharrlich, findet Verbündete und macht sich Feinde. Am Ende wird ihre Idee Wirklichkeit, die Internationale Jugendbibliothek in Schloss Blutenburg in München ist ein bis heute beliebter Besuchermagnet von großer Strahlkraft. Und eine friedlichere Welt brauchen wir heute dringender denn je.
Sabine Baumann schloss ihr Studium der Amerikanistik und Slawistik in Frankfurt und New York mit der Promotion ab. Anschließend war sie über dreißig Jahre lang als leitende Lektorin für Verlage tätig und wurde als Übersetzerin mit dem Preis der Kunststiftung NRW ausgezeichnet. Seit 2025 forscht sie in einem trinationalen Projekt der Universitäten Mainz/Germersheim, Lausanne und Graz zu Übersetzern, die nach 1945 aus dem Exil nach Deutschland zurückkehrten. Unter anderem hat sie für das digitale Übersetzerlexikon uelex.de zahlreiche Biographien verfasst und zu Jella Lepman publiziert.
Alexandra Rak (1968) studierte in Frankfurt am Main Germanistik mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, außerdem Kunstpädagogik und Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie. Nach zehn Jahren als Lektorin in einem großen Hamburger Verlagshaus arbeitet sie heute als Übersetzerin, freie Lektorin, Autorin, Herausgeberin und Referentin in Deutschland und der Schweiz. 2026 erhalten die Autorin Candy Gourlay und ihre Übersetzerin Alexandra Rak für den Jugendroman „Wild Song“ den Gustav-Heinemann-Friedenspreis.
Veranstaltungsvorschau
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Donnerstag, 1. Oktober 2026 - Vortrag
Dr. Katharina Bechler, Bad Homburg v. d. Höhe: 80 Jahre Staatliche Schlösser und Gärten Hessen – vielfältige Expertise für das kulturelle Erbe. Eine Hommage an Kirsten Worms (1962 – 2026)
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Samstag, 17. Oktober 2026 - Vom "Haus der Länder" zum "Haus der Begegnung"
Demokratiehistorischer Streifzug durch Königstein im Taunus - Infos und Anmeldung hier!
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Samstag, 24. Oktober 2026 - Ehrenamtsbörse
Infostand auf der Ehrenamtsbörse im Kurhaus Bad Homburg
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Samstag, 24. Oktober 2026 - Kulturnacht im Stadtarchiv
Aktivitäten und Programm zur Bad Homburger Kulturnacht
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Donnerstag, 12. November 2026
Willi Wabel, Heidelberg: Lahnmarmor - Seine Pracht, Zeichen der Macht
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Montag, 14. Dezember 2026 - Vortrag
Dr. Sabine Baumann, Frankfurt am Main/Alexandra Rak, Hofheim am Taunus: Jella Lepman. Exilantin, Visionärin, Netzwerkerin. Wie ihr Einsatz für die Kinder- und Jugendliteratur im Bad Homburg der Nachkriegszeit seinen Anfang nahm
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Montag, 25. Januar 2027 - Vortrag
Dr. Kevin Kulp, Frankfurt am Main: Burchard von Worms († 1025): Bischof und Gesetzgeber
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Mittwoch, 17. Februar 2027 - Vortrag
Angelika Rieber, Oberursel (Taunus): „Vom Taunus in die Welt“ – Lebenswege von Mitgliedern der Familie Hirsch
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Dienstag, 16. März 2027 - Vortrag
Dr. Ursula Grzechca-Mohr, Bad Homburg v. d. Höhe: Sammeln, Bewahren, Forschen, Präsentieren: die Grundsäulen der Museumstätigkeit im Wandel
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Donnerstag, 15. April 2027 - Vortrag
Dr. Jessika Nowak, Wuppertal: Geheime Worte, große Politik. Die chiffrierte Korrespondenz von Giovanni Castiglioni, Bischof von Pavia und päpstlicher Legat auf dem Frankfurter Reichstag (1454)
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Mittwoch, 12. Mai 2027 - Vortrag
Prof. Dr. Nina Gallion, Mainz: Welt in Flammen. Die Mainzer Stiftsfehde (1461–1463) zwischen Reichspolitik und territorialer Erschütterung
Veranstaltungen des Stadtarchivs
Das Stadtarchiv Bad Homburg, mit dem wir eng zusammenarbeiten, bietet ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm, das spannende Einblicke in die Stadtgeschichte bietet. Aktuelle Einzelheiten finden Sie auf der
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