Typisches Erscheinungsbild eines Niederwaldes (wikimedia commons/Mediscobie)

Veranstaltungen
Unsere Vorträge im Winterhalbjahr finden jeweils um 19:30 Uhr im KongressCenter im Kurhaus Bad Homburg v. d. Höhe statt. Die Vorträge sind öffentlich, der Eintritt ist frei.
Unser aktuelles Vortragsprogramm finden Sie hier zum Herunterladen:
Sorge um das Holz - Waldknappheit am Mittelrhein
Vortrag von PD Dr. Regina Schäfer, Mainz
Dienstag, 24. Februar 2026, 19:30 Uhr, Kurhaus Bad Homburg
Deutschland ist ein waldreiches Land, dank der Aufforstungen im 19. und 20. Jahrhundert. Das Waldsterben führte spätestens seit den 1980er Jahren vor Augen, dass die Ressource Wald, die lange so selbstverständlich war, erschöpfbar und akut bedroht ist.
Waldmangel und Holznot sind aber keine modernen Probleme. In der vormodernen Zeit war der pro Kopf-Bedarf an Holz weit höher. Holz wurde als Bau- und Brennholz benötigt, für die Herstellung von Werkzeugen und Geschirr. Die Eichenlohe verwendete man zum Gerben. Besonders intensiv war der Holzbedarf zur Herstellung von Kohle, die man für die Glashütten ebenso benötigte wie für die Erzgewinnung. Aber auch der Schiffsbau oder der Weinbau hatten einen sehr hohen Holzbedarf. Zudem gab es Gebiete, in denen die Buche als in unserer Region waldtragender Baum nicht wuchs. Wald war keine unberührte Natur, sondern gerade am Mittelrhein gab es im Spätmittelalter ein komplexes Spannungsfeld zwischen Waldnutzung, Waldschutz und Waldgestaltung.
Regina Schäfer hat Geschichte, Deutsch, Soziologie und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Dijon studiert. Die Dissertation von 1998 trägt den Titel „Die Herren von Eppstein. Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts im Spätmittelalter“; 2024 folgte die Habilitation mit der Arbeit „Umb ordnung zu machen – Verwaltung im spätmittelalterlichen Augsburg“. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Mainz, seit dem 1. April 2025 am DFG-Projekt „Regesta Civitatum Imperialium. Regesten als Grundlage der Erforschung der kleinen und mittleren südwestdeutschen Reichsstädte im Spätmittelalter (bis 1521)“. Der thematische Schwerpunkt ihrer rund 50 Publikationen liegt auf dem 15. Jahrhundert.
200 Jahre Heiliges Grab in Bad Homburg
Ausstellung in der Erlöserkirche
Das Heilige Grab in Bad Homburg
Im Spätmittelalter wurde in der Reichsstadt Gelnhausen ein Heiliges Grab errichtet, ein Nachbau des in der Jerusalemer Grabeskirche verehrten Grabes Christi. Als das Gebäude zur Erweiterung der durch Gelnhausen führenden Handelsstraße abgebrochen werden sollte, wurde Landgraf Friedrich VI. Joseph von Hessen-Homburg aufmerksam. Er erwarb das Heilige Grab, ließ es in Gelnhausen ab- und auf dem Reformierten Friedhof in seiner Residenzstadt wieder aufbauen.
Dabei wurde auch der mittelalterliche Grundstein entdeckt, der eine Flasche mit Jordanwasser enthielt – und die Jahreszahl 1490. Das war eine Enttäuschung für den Landgrafen, denn er hatte das Gebäude in der Annahme erworben, dass es sich um ein Relikt aus der Stauferzeit handele – ein Irrtum, ohne den dieses Baudenkmal wohl unwiederbringlich verloren wäre.
Heute ist das Heilige Grab im Besitz der Erlöserkirchengemeinde. Es gehört in seiner Bausubstanz zu den ältesten Gebäuden im Gebiet der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe.
Die Münzen der Limeskastelle in der Wetterau. Neue Funde und Erkenntnisse
Vortrag von Dr. Frank Berger, Frankfurt am Main
Donnerstag, 19. März 2026, 19:30 Uhr, Kurhaus Bad Homburg
Die Mainzer Akademie der Wissenschaften hatte es sich in den frühen 1980er Jahren zum Auftrag gemacht, alle römischen Fundmünzen im Bundesland Hessen zu erfassen. Diese Arbeiten waren 1984/1988 abgeschlossen und in Buchform vorgelegt. Seitdem ist viel am hessischen Limes passiert. Im Jahr 2008 wurden die ersten Spuren der Schlacht am Harzhorn entdeckt, die 235 oder 236 n. Chr. stattfand. Das dort beteiligte römische Heer hatte seinen Weg von Mainz aus über die Wetterau genommen. Eine Intensivierung der Suche mit Metalldetektoren fand sowohl von offizieller Seite als auch von privater Seite in den Kastellen am hessischen Limes statt. Der Zuwachs an Münzfunden ist beachtlich, wie drei Beispiele zeigen: In Oberflorstadt stieg die Zahl der bekannten Münzen von 59 bekannten Stücken um 135 Neufunde, in Inheiden von 46 auf 497 Neufunde und in Arnsburg gar von 25 auf 577 Neufunde. In der Auswertung dieser Funde lassen sich einige Erkenntnisse über das Geld der römischen Soldaten am hessischen Limes gewinnen.
Dr. Frank Berger war von 1984 bis 1997 Kurator für Numismatik am Kestner-Museum Hannover und von 1997 bis 2023 am Historischen Museum Frankfurt. Seine Dissertation hatte Aspekte des römischen Münzumlaufs in Nordwestdeutschland zum Thema. Später bearbeitete er die Fundmünzen von Kalkriese (Varusschlacht) und der Schlacht am Harzhorn. Für seine Arbeiten wurde er mit dem Ehrenpreis der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte ausgezeichnet.
+++ zweiter Zusatztermin +++
Majestät brauchen Sonne
1. Gonzenheimer Abend 2026
Filmabend: "Majestät brauchen Sonne"
Ein Film von Peter Schamoni, Erzähler: Mario Adorf
Wir erleben Kaiser Wilhelm II. während seiner Amtszeit in Deutschland und in seinem Exil in den Niederlanden.
Dienstag, 24. März 2026, 19:30 Uhr
Vereinshaus Gonzenheim, Schultheißenstube
Am Kitzenhof 4, Bad Homburg v. d. Höhe.
Anmeldung:
bis zum 20. März 2026 mit dem unten stehenden Formular.
Die Teilnahme ist kostenlos (Spendenmöglichkeit).
+++ ausgebucht! +++
Krieg und Frieden
Exkursion nach Westfalen, 13. bis 16. Mai 2026

Zur Erkundung der historischen Landschaft „Westfalen“ bietet die Stadt Münster den geeigneten Ausgangspunkt für unsere nächste Exkursion.
Auf der Hinfahrt besuchen wir zunächst Arnsberg, das die Kurfürsten von Köln zur Hauptstadt des Herzogtums Westfalen gemacht hatten und das nach dem Übergang an Preußen in klassizistischem Stil grundlegend umgestaltet wurde. Besonders gründlich werden wir die Stadt Münster erkunden, in der wir auch unser Quartier nehmen: Neben einer Stadtführung steht auch eine Besichtigung des Friedenssaales im Rathaus als Verhandlungsort des Westfälischen Friedens sowie eine Besichtigung des Domes auf dem Programm. Ebenso werden wir die zweite Stadt des Friedens von 1648 besuchen – auch in Osnabrück machen wir einen Stadtrundgang, besuchen den Dom und den dortigen Friedenssaal.
Zwei Abstecher führen uns in die Literaturlandschaft der Region: Wir besuchen das Haus Rüschhaus vor den Toren Münsters, wo Annette von Droste-Hülshoff von 1838 bis 1846 lebte und unter anderem „Die Judenbuche“ schrieb, und unternehmen in Telgte einen Stadtrundgang zu den Schauplätzen der Erzählung „Das Treffen in Telgte“, die Günter Grass am Ende des Dreißigjährigen Krieges dort angesiedelt hat. Nicht fehlen darf auch ein Besuch im „westfälischen Versailles“, dem Schloss Nordkirchen, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Residenz der Fürstbischöfe errichtet wurde. Es ist eines der Hauptwerke von Johann Conrad Schlaun, dem wichtigsten westfälischen Barockbaumeister, dessen repräsentative Bauten uns während der Exkursion immer wieder begegnen werden. Eine letzte Station auf der Heimfahrt ist schließlich die Hansestadt Soest mit ihrer bedeutenden Altstadt.
Wir fahren am Mittwoch, 13. Mai 2026 um 9 Uhr mit dem Reisebus am Bahnhof Bad Homburg ab und werden am Samstag, 16. Mai, voraussichtlich gegen 20 Uhr wieder dort ankommen. Unser Quartier in Münster ist das zentral gelegene Hotel Conti.
Der Unkostenbeitrag beträgt für Mitglieder der gastgebenden Vereine (Förderverein Kreisarchiv des Hochtaunuskreises, Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg) 470 € im Einzelzimmer beziehungsweise 390 € im Doppelzimmer; Gäste zahlen 510 € im Einzelzimmer und 430 € im Doppelzimmer. Bei Reiserücktritt nach dem 5. April müssen wir ggf. einen Teil des Reisepreises als Stornogebühren einbehalten (bis 29.04.: 50%, danach: 100%). Änderungen im Programm sind vorbehalten.
Die Exkursion ist ausgebucht - Sie können sich aber gerne hier auf die Nachrückerliste setzen lassen:
Veranstaltungsvorschau
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Dienstag, 24. Februar 2026 - Vortrag
PD Dr. Regina Schäfer, Mainz: Sorge um das Holz – Waldknappheit am Mittelrhein (1300-1550)
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Donnerstag, 19. März 2026 - Vortrag
Dr. Frank Berger, Frankfurt am Main: Die Münzen der Limeskastelle in der Wetterau. Neue Funde und Erkenntnisse
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Dienstag, 24. März 2026 - Filmabend
"Majestät brauchen Sonne" - Infos und Anmeldung hier.
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Dienstag, 28. April 2026 - Vortrag
Prof. Dr. Markus Scholz, Frankfurt am Main: Die sogenannte Frankfurter Silberinschrift im Kontext und die Anfänge des Christentums nördlich der Alpen
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Montag, 11. Mai 2026 - Vortrag
Ulrich Hummel, Bad Homburg v. d. Höhe: Höhere Mädchenschulbildung in Bad Homburg in der Zeit von 1866 bis 1914
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13.-16. Mai 2026 - Exkursion nach Westfalen
ausgebucht! Infos und Anmeldung für die Warteliste hier.
Veranstaltungen des Stadtarchivs
Das Stadtarchiv Bad Homburg, mit dem wir eng zusammenarbeiten, bietet ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm, das spannende Einblicke in die Stadtgeschichte bietet. Aktuelle Einzelheiten finden Sie im auf der
Webseite sowie bei
Facebook. Per E-Mail an
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