Grabkapelle Fröling auf dem Friedhof am Untertor (Foto: G. Maier)

Herzlich willkommen beim Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe!
Ehrenamtsbörse
Samstag, 24. Oktober 2026, 11-16 Uhr, Kurhaus Bad Homburg

Wie vielfältig ehrenamtliches Engagement in Bad Homburg ist und welche Möglichkeiten es gibt, selbst aktiv zu werden, zeigt die Ehrenamtsbörse am Samstag, 24. Oktober 2026, im Kurhaus. Von 11 bis 16 Uhr präsentieren sich dort zahlreiche Vereine und Organisationen aus der Stadt, stellen ihre Arbeit vor und laden zum Kennenlernen und Mitmachen ein.
Eröffnet wird die Ehrenamtsbörse um 11 Uhr durch Oberbürgermeister Alexander Hetjes. Direkt im Anschluss erwartet die Besucherinnen und Besucher eine prominent besetzte Talkrunde, moderiert von Bärbel Schäfer. Zu den Gästen gehört unter anderem die ehemalige Tennis-Weltranglistenerste Angelique Kerber. Gemeinsam mit weiteren engagierten Persönlichkeiten spricht sie darüber, warum gesellschaftliches Engagement wichtig ist, welche persönlichen Erfahrungen damit verbunden sind und was Menschen motiviert, sich für andere einzusetzen.
Im Mittelpunkt des Tages stehen die Vereine und Organisationen aus Bad Homburg. An ihren Ständen geben sie Einblicke in ihre Arbeit und zeigen ganz konkret, wo Unterstützung gebraucht wird und wie Interessierte sich einbringen können. Dabei reicht das Spektrum des Engagements von sozialen und kulturellen Bereichen über Sport und Freizeit bis hin zu weiteren gemeinnützigen Angeboten.
Die Ehrenamtsbörse bietet damit nicht nur Gelegenheit, die vielfältige Vereins- und Ehrenamtslandschaft Bad Homburgs kennenzulernen, sondern auch unkompliziert mit bereits engagierten Menschen ins Gespräch zu kommen – und vielleicht gleich das passende Ehrenamt für sich zu entdecken.
Auch der Verein für Geschichte und Landeskunde präsentiert sich und seine Arbeit an einem Info-Stand. Als besonderes Schmankerl bieten wir unsere Aktion "Lieblingspostkarten zum Ausdrucken" an: Suchen Sie sich aus einem Fundus historischer Ansichtskarten Ihr Lieblingsmotiv aus und nehmen es als versandfertige Postkarte kostenlos mit nach Hause. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Bad Homburger Kulturnacht:
TIMEGUESSR - Bad Homburg-Edition
Samstag, 24. Oktober 2026, 19-24 Uhr, Stadtarchiv Bad Homburg

Eigens für die Kulturnacht haben wir eine Bad Homburg-Edition für das beliebte Online-Spiel „Timeguessr“ erstellt, die an unserem Stand im Stadtarchiv auf Sie wartet. Das Prinzip ist ganz einfach: Sie bekommen historische Fotos gezeigt und dürfen raten, in welchem Jahr und an welchem Ort das Motiv aufgenommen wurde. Ob mit oder ohne Kenntnis der Stadtgeschichte ist das vor allem eines: ein großer Spaß! Ganz nebenbei gibt es dabei auch den einen oder anderen spannenden Einblick in die Bad Homburger Geschichte.
Außerdem an unserem Stand: "Lieblingspostkarten zum Ausdrucken" - suchen Sie sich aus dem Fundus historischer Ansichtskarten des Stadtarchivs Ihr Lieblingsmotiv aus und nehmen es als versandfertige Postkarte kostenlos mit nach Hause.
Und selbstverständlich gibt es auch unsere Veröffentlichungen sowie jede Menge Infos und gute Laune!
Das Programm des Stadtarchivs, in dem wir zu Gast sein dürfen, steht unter dem Motto "Unsere Partnerstädte - grenzenlose Freundschaft". Vor 70 Jahren riefen Bad Homburg und sieben weitere Städte beim 3. Europäischen Gemeindetag 1956 einen Partnerschaftsring ins Leben – eine Pionierleistung zur Völkerverständigung. Historische Dokumente, Zeitungsausschnitte, Literatur, Fotos und Gemälde bieten im Lesesaal ein buntes Potpourri der blühenden Städtepartnerschaft. Filmdokumente sowie eine Diashow im Foyer lassen etliche gegenseitige Besuche, gemeinsame Veranstaltungen, liebgewonnene Traditionen und viele unvergessliche Begegnungen Revue passieren.
Besuchen Sie uns: Samstag, 24. Oktober 2026, 19 bis 24 Uhr, im Stadtarchiv (Villa Wertheimber) - gerne auch mit dem kostenlosen Pendelbus!
Das komplette Kulturnacht-Programm gibt es hier zum Herunterladen:
Sparen auf Kosten des kulturellen Erbes?
Stellungnahme zum Gebäudebedarfs- und -entwicklungsplan für das Evangelische Dekanat Hochtaunus
Mit großem Bedauern nimmt der Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe den Beschluss der Dekanatssynode Hochtaunus über deren Gebäudebedarfs- und entwicklungsplan zur Kenntnis. In die Kategorie C, für die künftig keine landeskirchlichen Mittel zur Unterhaltung mehr bereitgestellt werden, werden dabei auch einige Kulturdenkmäler von großer historischer Relevanz für unsere Stadt eingestuft. In der Presseberichterstattung (Taunus Zeitung, 29.09.2026, hier zum Nachlesen) werden konkret genannt: das Heilige Grab sowie die Trauerhalle und die Grabkapellen der Familien Fröling und Trittler auf den Friedhöfen am Untertor. Die Unterhaltung dieser Gebäude liegt künftig allein in der Verantwortung der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Homburg. Dass die Gebäudestrategie immerhin alle Bad Homburger Kirchengebäude durchweg der Kategorie A zuordnet, ist dabei nur ein schwacher Trost. Schließlich sind es oft gerade die kleinen, eher unscheinbaren Kulturdenkmäler, die besondere Aufmerksamkeit für ihren Schutz benötigen.
Bei allem Verständnis für landeskirchliche Sparnotwendigkeiten halten wir diesen Rückzug der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau aus der Unterhaltung von Baudenkmälern für sehr bedenklich. Das hessische Denkmalschutzgesetz verpflichtet die Eigentümer von Kulturdenkmälern, diese zu erhalten und zu pflegen; die Kirchengemeinden vor Ort mit dieser Aufgabe alleine zu lassen bzw. sich nur auf den Erhalt von „nützlichen“ Gebäuden zu konzentrieren, ist fahrlässig.
Erfreulicherweise ist festzustellen, dass in der Kirchengemeinde Bad Homburg ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Wert ihrer Kulturdenkmäler vorhanden ist. Das kam zuletzt beispielsweise 2025 in der Veranstaltungsreihe „200 Jahre Heiliges Grab“ zum Ausdruck, die von der Gemeinde, dem Stadtarchiv Bad Homburg und unserem Verein gemeinsam durchgeführt wurde. Darin wurde auch exemplarisch die Verankerung unserer Kirchengemeinde in der Stadt und ihre Relevanz für die Identität der Menschen, die hier leben, deutlich.
Wir appellieren an die Kirchengemeinde Bad Homburg, ihre historisch-kulturelle Rolle in unserer Stadt weiter mit Nachdruck wahrzunehmen und sich durch die Streichung von landeskirchlichen Mitteln nicht entmutigen zu lassen. Zugleich appellieren wir an unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Kirchengemeinde dabei zu unterstützen. Die Erhaltung der uns anvertrauten Kulturdenkmäler ist kein Selbstzweck, sondern eine gemeinsame Aufgabe von uns allen – auf den verschiedenen Ebenen der öffentlichen Verwaltung, vor allem aber seitens einer aktiven Zivilgesellschaft. Der Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe jedenfalls steht gerne bereit, daran mitzuwirken, dass unser gemeinsames kulturelles Erbe bewahrt, für die Gegenwart zum Sprechen gebracht und für künftige Generationen erhalten wird.
Bad Homburg v. d. Höhe, 23. Oktober 2026
Kurzinfo zu den "Kategorie C"-Gebäuden:
- Das Heilige Grab auf dem ehemals reformierten Friedhof am Untertor gehört in seiner Bausubstanz zu den ältesten Gebäuden im Gebiet der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Es wurde ursprünglich 1490 in Gelnhausen errichtet. Als es dort für eine Straßenerweiterung abgerissen werden sollte, erwarb Landgraf Friedrich VI. Joseph das Gebäude, ließ es in Gelnhausen ab- und in seiner Residenzstadt Homburg wieder aufbauen. Es ist damit zugleich ein eindrucksvolles Monument spätmittelalterlicher Frömmigkeit und Ausdruck romantischer Mittelalter-Vorstellungen.
- Der lutherische Friedhof nördlich der Saalburgstraße steht in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz. Neben den Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten der Bad Homburger Stadtgeschichte ist die Anlage durch mehrere bemerkenswerte Gebäude geprägt: Die Grabkapelle Trittler, 1913 errichtet, wird heute unter dem Namen „Weiße Kapelle“ als Kolumbarium für Urnenbeisetzungen genutzt. Der bedeutende Bad Homburger Architekt Louis Jacobi baute 1902 im Auftrag von Professor Julius Fröling dessen Mausoleum, die Grabkapelle Fröling, in einer bemerkenswerten byzantinisch-historistischen Architektur. An Julius Fröling (1844–1908), Gymnasiallehrer, Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Landeskunde und Mäzen, erinnert bis heute der Name der Frölingstraße. Die Trauerhalle von 1962 schließlich wurde durch den Architekten und Regierungsbaumeister Franz Hufnagel, der u. a. in den 1950er Jahren auch den Kurhausvorplatz gestaltet hatte, in zeittypischer, klar strukturierter Formensprache errichtet.
Neuerscheinung:
"Je trouve partout un Hombourg"
Ausgewählte Aufsätze von Barbara Dölemeyer
Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg vor der Höhe 77 (2026)
Barbara Dölemeyer:
"Je trouve partout un Hombourg". Ausgewählte Aufsätze
Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg vor der Höhe 77 (2026).
ISBN 978-3-948441-09-8
200 S., zahlreiche Abbildungen. – Preis: 15,- €.
Erhältlich im Buchhandel oder direkt bei uns (zzgl. 2,50 € Versandkosten):
Neu: Geschichtsverein auf WhatsApp

Unser öffentlicher Whatsapp-Kanal "VGL Bad Homburg" bietet regelmäßig Beiträge zur Homburger Stadt- und Landesgeschichte, Veranstaltungshinweise und Lesetipps. Wir sind uns sicher: Hölderlin würde das gefallen.
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Außerdem sind wir zu finden auf Facebook und Instagram. Wir freuen uns über jeden Follower!
Hier berichtet die Presse:
- Bad Homburger Woche, 17. September 2026: Geschichtsverein jetzt auch auf WhatsApp.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. September 2026: Pralinen vom Geschichtsverein.
Neuerscheinung:
Johann Christian Rind (1726-1797) und die Rind'sche Bürgerstiftung
Festschrift zum 300. Geburtstag des Stifters und zum 250. Jahrestag seiner Stiftung
Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg vor der Höhe 76 (2026)
Barbara Dölemeyer:
Johann Christian Rind (1726–1797) und die Rind’sche Bürgerstiftung.
Festschrift zum 300. Geburtstag des Stifters und zum 250. Jahrestag seiner Stiftung.
Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg vor der Höhe 76 (2026).
ISBN 978-3-948441-08-1
100 S., zahlreiche Abbildungen. – Preis: 12,- €.
Erhältlich im Buchhandel oder direkt bei uns (zzgl. 2,50 € Versandkosten):
Unser Vortragsprogramm 2026/27 ist da!

Unser aktuelles Programm bietet wieder von September bis Mai jeden Monat einen spannenden Vortrag - wie immer öffentlich und kostenlos!
Der Bogen reicht dabei von der Antike bis in die Gegenwart. Den Auftakt macht im September der Althistoriker Frank Ausbüttel: Er untersucht die Bedeutung der Saalburg für den Germanienfeldzug von Kaiser Caracalla im Jahr 213. Gleich mehrere Vorträge widmen sich dem Mittelalter: Der Rechtshistoriker Kevin Kulp stellt den bedeutenden Bischof und Gesetzgeber Burchard von Worms vor, der um das Jahr 1000 lebte. Jessika Nowak wirft einen Blick auf den Reichstag von Frankfurt 1454 und die besondere Rolle von Geheimschriften und Verschlüsselungstechniken. Und die Mainzer Professorin Nina Gallion behandelt die Mainzer Stiftsfehde, eine politische Krise, die im 15. Jahrhundert nicht nur die Region, sondern das ganze Reich tief erschütterte.
Der berühmte Lahnmarmor als gesuchtes und prägendes Baumaterial ist das Thema eines Vortrags von Willi Wabel, der vor kurzem den zweiten Band einer großen Abhandlung über Lahnmarmor in der Architektur veröffentlicht hat. Ins 20. Jahrhundert führen die Vorträge von Angelika Rieber über die Lebenswege der weit verzweigten jüdischen Familie Hirsch, die aus dem Taunus in alle Welt zerstreut wurde, und ein Abend, der Jella Lepman gewidmet ist: Sabine Baumann und Alexandra Rek stellen diese Pionierin der Jugendliteratur vor, die in der Nachkriegszeit von Bad Homburg aus ihr Engagement für Völkerverständigung durch Literatur entfaltet hat. Und schließlich stehen bei zwei Abenden wichtige historische Institutionen in Bad Homburg im Mittelpunkt: Katharina Bechler stellt die Staatlichen Schlösser und Gärten zu deren 80. Geburtstag vor, und die Leiterin des Museums Gotisches Haus Bad Homburg, Ursula Grzechca-Mohr, spricht über die Anforderungen zeitgemäßer Museumsarbeit.
Den Programmflyer gibt es an den einschlägigen Auslagestellen zum mitnehmen, außerdem natürlich direkt hier:
Ein Homburger prägt Geschichte: Johann Christian Rind im Fokus
Neue Forschungsergebnisse zur Homburger Persönlichkeit und feierliche Übergabe seines Testaments
Im Rahmen einer Veranstaltung des Stadtarchivs in der Villa Wertheimber wurde am 22. April ein bedeutendes Stück Bad Homburger Geschichte offiziell übergeben: Das Original-Testament von Johann Christian Rind (1726–1797) befindet sich künftig im Stadtarchiv Bad Homburg.
Die Übergabe erfolgte durch den Vorstandsvorsitzenden der Rind’schen Bürgerstiftung, Hans-Dieter Homberg, an Oberbürgermeister Alexander Hetjes sowie die Leiterin des Stadtarchivs, Dr. Astrid Krüger. Anlass war das Doppeljubiläum „300 Jahre Johann Christian Rind“ und „250 Jahre Rind’sche Bürgerstiftung“. Oberbürgermeister Hetjes würdigte die Bedeutung des Dokuments für die Stadt: „Mit dem Testament kehrt ein zentrales Zeugnis Homburger Geschichte an einen Ort zurück, an dem es dauerhaft gesichert und für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.“
Das Testament aus dem Jahr 1776 bildet die Grundlage der bis heute bestehenden Rind’schen Bürgerstiftung. Es regelt detailliert die Verwendung des Vermögens zugunsten sozialer Zwecke und dokumentiert eindrucksvoll das Engagement des Stifters für die Stadtgesellschaft.
Dem Abend vorausgegangen war eine enge Abstimmung zwischen der Bürgerstiftung, dem Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe sowie dem Stadtarchiv. Über diesen Weg konnte die Übergabe des Dokuments an die Stadt vereinbart werden. Das historische Schriftstück wird nun zunächst fachgerecht restauriert. Die Arbeiten übernimmt die Restauratorin Martina Noehles (Atelier Carta, Frankfurt/Mühlheim). Im Anschluss wird das Testament in die Bestände des Stadtarchivs integriert und dauerhaft gesichert.
Im Anschluss an die Übergabe widmete sich ein Vortrag von Prof. Dr. Barbara Dölemeyer der Person Johann Christian Rind. Auf Grundlage aktueller Forschungen beleuchtete sie dessen Wirken als Kaufmann, Finanzier, Stifter und Mitglied der Homburger Schützengesellschaft und ordnete seine Biografie in die Stadtgeschichte des 18. Jahrhunderts ein. Die Veranstaltung fand im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter aus Stiftung, Politik und Kultur statt und klang mit einem gemeinsamen Austausch aus.
(Pressemitteilung der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe)
Der Homburger Revolutionskalender

Mit dem Homburger Revolutionskalender wollen wir die Dynamik des Revolutionsgeschehens vor 175 Jahren anschaulich nachvollziehbar machen. Auf unserer Facebook-Seite berichten wir tagesaktuell über politische Neuigkeiten aus der Landgrafschaft Hessen-Homburg. Ebenso werden die Kalendereinträge hier fortlaufend ergänzt.
Hier berichtet die Presse:
- Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2023: Märzrevolution vor Frankfurts Toren.
„Good Cousin“: Stadtarchiv erwirbt Brief von Queen Victoria an Homburger Landgraf
Kondolenzschreiben von 1848
Kürzlich bot sich dem Stadtarchiv Bad Homburg v. d. Höhe die einmalige Gelegenheit zum Ankauf eines „wahren Schatzes“. Auf der 63. Antiquitätsmesse in Stuttgart hat ein Antiquariat aus Dresden das Original eines Briefs der britischen Königin Victoria an einen Homburger Landgrafen angeboten. Gregor Maier, Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg, hatte das Stadtarchiv auf das Einzelstück aufmerksam gemacht.
Um es zu erwerben, mussten die Interessenten allerdings noch ein Losverfahren durchlaufen. Nur wer aus dem Lostopf gezogen wurde, hatte die Option auf einen Kauf. Stadtarchiv und Geschichtsverein warfen beide ihren Hut in den Ring – und das Stadtarchiv erhielt tatsächlich den Zuschlag. So konnte die Stadt das Exponat für 2.500 Euro erwerben.
Bei dem Original handelt sich um einen gefühlvollen Kondolenzbrief der jungen Königin Victoria von Großbritannien und Irland (1819-1901) zum Tod des Erbprinzen Friedrich, des jüngsten Kindes und einzigen Sohnes Landgraf Gustavs von Hessen-Homburg. Er verstarb am 4. Januar 1848, noch nicht achtzehnjährig, in Bonn.
Am 9. Februar 1848 schreibt Victoria dem Landgrafen, ihrem lieben Cousin „Good Cousin“ und bekundet ihr allertiefstes Beileid, sie beteuert ihre Verbundenheit, wünscht alles Wohlergehen und keine weiteren Schicksalsschläge. Bei Landgraf Gustav handelte es sich um den Schwager ihrer Tante, Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg, die mit seinem Bruder Friedrich VI. Joseph verheiratet gewesen war.
Königin Victoria nutzte in ihren frühen Briefen und Tagebüchern, insbesondere im Kontext ihrer engen Verwandtschaftsverhältnisse durch das Haus Sachsen-Coburg und Gotha, häufig familiäre Bezeichnungen für europäische Monarchen. Durch die Heirat mit ihrem Cousin Albert 1840 und die Vernetzung der Dynastien war sie mit vielen Herrschern direkt verwandt, was sie durch die Anrede als „Bruder“ (oft im diplomatischen Sinne „Brother King/Queen“) oder „Cousin“ (für Verwandte) zum Ausdruck brachte.
„Dieses Schriftstück ist für unsere Stadtgeschichte von besonderem Wert – zeigt es doch, dass das Landgrafenhaus Hessen-Homburg, das von 1622 bis 1866 bestand, trotz seiner geringen Größe als souveräne Landgrafschaft im Heiligen Römischen Reich und später im Deutschen Bund eine bedeutende Stellung einnahm. Zudem unterstreicht es einmal mehr die engen historischen Bande zwischen Homburg und England“, sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes.
Eckdaten zu den Beziehungen zwischen England und Bad Homburg
Bad Homburg und die ehemalige Landgrafschaft Hessen-Homburg blicken auf eine jahrhundertelange Beziehung zu England zurück.
- 1699: Wilhelm III., König von England, Schottland und Irland, sowie zwei deutsche protestantische Fürsten bitten bei Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg um Aufnahme der aus Frankreich vertriebenen Waldenser. Eine englische Stiftung kommt für das Gehalt des Pfarrers in Dornholzhausen auf.
- 1818: Heirat von Elizabeth „Eliza“, Tochter des britischen Königs George III., mit Erbprinz (ab 1820 Landgraf) Friedrich VI. Joseph von Hessen-Homburg. Landgräfin Elizabeth ließ unter anderem das Schloss sowie die landgräflichen Gärten verschönern. Ebenso war sie Ideengeberin für das Gotische Haus. Sie war die Tante von Queen Victoria.
- Nach 1840: Englische Kurgäste entdecken das junge Kurbad Homburg – 1857 sind von 8.500 Kurgästen bereits 1.700 Engländer. First-Class-Hotels mit Namen wie Englischer Hof, Hotel Windsor und Royal Victoria Hotel entstehen. Schriftsteller wie Oscar Wilde, William Thackeray, George Elio und Robert Louis Stevenson besuchen die Stadt und halten ihre Eindrücke in ihren Werken fest.
- Ab 1859: Planung zum Bau einer Englischen Kirche in Homburg (1868 eingeweiht).
- 1860: Bau der Eisenbahn Homburg – Frankfurt, Konzession 1859 an den englischen Eisenbahnunternehmer Sir Samuel Morton Peto.
- ab 1869: Edward (Eduard VII.), Prince of Wales, regelmäßiger Kurgast in Homburg, macht den „Homburg-Hut“ als mondäne Herren-Kopfbedeckung berühmt.
- 1870: Princess Royal Victoria, Tochter der Queen Victoria, Ehefrau des späteren Kaisers Friederich III. und Mutter von Kaiser Wilhelm II. richtet während des deutsch-französischen Krieges eine Lazarettbaracke in Homburg ein. Nach dem Tod ihres Mannes (1888) residiert sie für längere Zeit im Homburger Schloss (bis 1893) und siedelt dann nach Kronberg über. Sie begründet in Homburg zwei Mädchenschulen, das Victoria-Pensionat und das „Institut St: Maria der Englischen Fräulein“ (heute Maria-Ward-Schule). Ein Denkmal von Victoria (Kaiserin Friedrich) und Friedrich III. ziert den Schmuckplatz im Kurpark.
- 1888: Der Engländer William Lindley entwickelt das erste städtische Sielsystem (Kläranlage)
- 1965: Neuknüpfung der Bande mit Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Städtepartnerschaft mit Exeter
Zudem brachten englische Kurgäste die Begeisterung für Tennis und Golf nach Bad Homburg und machten die Kurstadt zum Pionier beider Sportarten auf dem europäischen Festland.
- Ab 1874: Erste private Tennisspiele in Bad Homburg
- 1876: Erstes offizielles Tennis-Spiel im Kurpark und Gründung des TC Bad Homburg
- 1899: Erstes Golf-Spiel im Kurpark und Gründung Golf Club 1899 – seit 2013: Royal Homburger Golf Club 1899 e.V. (verliehen durch Queen Elizabeth II.)
(Pressemitteilung der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe)
Hier berichtet die Presse:
- Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. März 2026: Die wunderschöne Handschrift von Queen Victoria
- Taunus Zeitung, 11. März 2026: Kondolenzbrief von Königin Victoria kehrt nach Bad Homburg zurück
- Usinger Anzeiger, 11. März 2026: Kondolenzbrief von Königin Victoria kehrt nach Bad Homburg zurück