Häuser Schulberg 3 und 5

Hier im lutherischen Pfarrhaus Schulgasse 3 wohnte Philipp Jakob Leutwein, 1764-†9.9.1800 (starb an der 1800 in Homburg grassierenden Ruhr), er wurde 1786 zweiter evangel.-luth. Pfarrer und Direktor des Waisenhauses in Homburg; war religiöser Erzieher Sinclairs sowie der Prinzessinnen Amalie und Auguste. Als Freund Franz Wilhelm Jungs und Sinclairs, teilte er zunächst ihre revolutionären Ansichten und zählte zu den „Hofdemokraten“; er wandte sich aber dann ganz seiner Pfarrtätigkeit zu.

Sinclair schreibt aus Jena an Franz Wilhelm Jung über Leutwein und über seine Begegnung mit Hölderlin

„Für diese Legion von Bekannten, die ich verlohr, habe ich aber die Zeit einen Herzensfreund instar omnium erhalten, den M. Hölderlin. Es ist Jung und Leutwein in einer Person.“ Sinclair an F.W. Jung, Jena 26.3.1795, StA VII, 2, Nr. 156

 

Das Nebenhaus Schulgasse (heute Schulberg) 5 diente im Laufe der Zeit vielen Zwecken, um 1800 war es Schule, zeitweise Rathaus, heute Standesamt.

Der bereits mehrfach erwähnte Johann Conrad Caspar Zinck (1741-1807) war eine der Personen in Homburg, die in engeren Beziehungen zu Hölderlin standen, er kam 1781 als Konrektor an die Homburger Knabenschule, der vielseitige Mann war auch Organist und Glöckner der Stadtkirche, 1784 wird er als Klavierlehrer des Landgrafen und seiner Töchter genannt. Der Musiker und Instrumentenmacher erfand ein neuartiges Instrument mit drei Klaviaturen, die Harmonica coelestina, damit trat er anlässlich der Krönung Franz II. in Frankfurt 1792 auf; 1801 reiste er nach Wien, und führte die Harmonica vor Haydn und Salieri vor; 1803 konnte er sie schließlich der Kaiserin verkaufen. Er war befreundet mit Johann I. von Gerning, mit dem er auch Taunuswanderungen unternahm. Mit Hölderlin verband ihn vor allem die Musik.

 

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