Die ersten Kämpfe der 80er vor Verdun

Munitionskolonne der 80er im Fay-Wäldchen bei Verdun (Fumetti, S. 154)

Die Einheit bestand 1916 aus 3 Bataillonen. Die ersten beiden waren vor 1914 in Wiesbaden, das III. Bataillon in Bad Homburg stationiert. Zusammen mit vier weiteren, in Mainz und Frankfurt stationierten Regimentern, gehörten sie zur 21. Division.[1] Im Rhein-Main-Gebiet und dem südlichen Nassau eingezogene Rekruten kamen in der Regel zu einem dieser Regimenter.  Anfang 1916 hatte Füsilier-Regiment Nr. 80 eine Kampfstärke von 3052 Mann. Es hatte bis dahin bereits an etlichen der zentralen Gefechten der Westfront teilgenommen, unter anderem am Vormarsch zur Maas und der Marneschlacht. Die schwersten Kämpfe waren bis dahin für sie Kämpfe bei den Orten Avenchy und Roye in Nordfrankreich nahe Amiens von November 1914 bis Januar 1915 gewesen, während das weitere Jahr 1915 ruhig verlief. Für die Soldaten der „80er“ sollten die Kämpfe bei Verdun jedoch alles, was sie bis dahin erlebt hatten, in den Schatten stellen.

Das I. und II. Bataillon der „80er“ nahmen gleich am deutschen Großangriff des 21. Februars 1916 teil, während das III. Bataillon noch in Reserve blieb. Mit einer nie da gewesenen Konzentration von 1200 Artillerie-Geschützen wurden die französischen Stellungen beschossen. Stellungen und Versorgungslinien wurden erfolgreich zerstört, so dass der deutsche Vormarsch in der ersten Woche noch relativ zügig voranging. Die 80er rückten über zwei strategisch wichtige Höhen, die Höhe 344 und den „Pfefferrücken“ (Cote du Poivre) bis zur Straße Bras – Ornes vor, wo sie am 26. Februar nur noch acht Kilometer von Verdun entfernt waren. Am 25. Februar gelang es, ohne Beteiligung der 80er, handstreichartig und ohne große Verluste, Fort Douaumont einzunehmen, die mächtigste Befestigung im Festungsgürtel von Verdun. Der Weg in die Stadt schien frei zu sein.

Rückblickend aber verlor die Reichswehr schon nach dieser ersten Woche die Schlacht. Schlechtes Wetter sorgte Ende Februar für eine Kampfpause und verwandelte die Landschaft um Verdun in eine Schlammwüste. Den Franzosen gelang es, neue Reserven heranzubringen und ihr eigenes Artilleriefeuer besser zu leiten. In dieser Phase, am 27. Februar, gab es erstmals schwerere Verluste für das III. Bataillon der 80er. Deren 12. Kompanie sollte die so genannte „Ost-West-Schlucht“ bei Bras angreifen, wobei sie 14 Tote und 46 Verwundete beklagte und kurzfristig nicht mehr kampffähig war.[2]

 

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[1] Dies waren: Infanterie-Regiment 81, Infanterie-Regiment 87, 1. und 2. Nassauisches Infanterie-Regiment 88.

[2] Fumetti, S. 153

Blick von der Höhe 344 zum Caures-Wald, dem Gebiet, wo die 80er zu Beginn der Offensive kämpften. Schemenhaft sind in der Mitte abmarschierende französische Gefangene zu erkennen. (Quelle: Fumetti, S. 145)