Das Füsilier-Regiment von Gersdorff (kurhessisches) Nr. 80 in der Schlacht von Verdun

von Peter Maresch

 

Karte mit den Einsatzgebieten der 80er Februar bis April 1916 (Quelle: Fumetti, S. 134)

2016 jährt sich die Schlacht von Verdun zum hundertsten Male. Zusammen mit der Somme-Offensive von 1916, war sie eine der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkrieges. In den ersten Monaten der Schlacht, von Ende Februar bis Ende April, war auch das im Frieden in Wiesbaden und Bad Homburg stationierte Füsilier-Regiment Nr. 80 vor Verdun eingesetzt.

Verdun war 1916 eine der wichtigsten und stärksten Festungen im Osten der Westfront. Der deutsche Generalstabschef Erich von Falkenhayn hoffte darauf, mit einer begrenzten Offensive die lothringische Festung erobern zu können. Sein Kalkül war, dass dann aufgrund eines drohenden Durchbruchs in Ostfrankreich die Franzosen so viele Reserven von anderen Teilen der Westfront abziehen müssten, dass Offensiven der Entente nicht mehr möglich wären.

Die Stadt im Maastal mit ihrer großen Zitadelle war Teil eines gewaltigen Befestigungskomplexes mit zahlreichen weiteren Forts und Stellungen im Umkreis. Diese Festungen waren im Februar 1916, als die deutsche Offensive begann, nicht voll besetzt.

Die Ausgangsstellungen der deutschen 5. Armee lagen nach dem Vormarsch 1914 nur etwa 20 Kilometer nördlich der Stadt. Der Hauptstoß sollte über einen Verdun nördlich vorgelagerten Höhenrücken führen. Es handelt sich um einen an den meisten Stellen sanft ansteigenden Bergrücken von maximal 400 Meter Höhe. Im Vergleich dazu wirkt der Taunuskamm steiler und dramatischer. Allerdings gibt es in den Höhen bei Verdun teils tief eingeschnittene Bachtäler (französisch „Ravines“). Zudem bieten die höchsten Abschnitte eine weite Sicht ins östliche Lothringen und daher befanden sich einige der stärksten Befestigungen, wie die Forts Douaumont, Vaux und Souville, genau an dieser Stelle.

Die „80er“ waren für den Angriff im zentralen Frontabschnitt, dem Caures-Wald, vorgesehen. Da für dieses Regiment 1925 und 1929 eine zweiteilige Schilderung der Kämpfe im Ersten Weltkrieg in Buchform erschien, lassen sich viele Einzelheiten ihrer Geschichte außergewöhnlich gut nachvollziehen.[1] Viele der Aktenunterlagen der deutschen Reichswehr wurden nämlich im Zweiten Weltkrieg vernichtet; dies gilt gerade auch für die anderen Einheiten aus dem Rhein-Main-Gebiet, die oft an der Seite der „80er“ kämpften.

 

Weiterlesen - die ersten Kämpfe der "80er" Februar 1916

 

 

 

 

[1] Das Königlich Preußische Füsilier Regt. von Gersdorff (Kurhessisches Nr. 80) im Weltkriege 1914-1918 im Weltkriege 1914-1918. Der hier herangezogene 1. Teil, verfasst von Bernhard von Fumetti, Oldenburg/Berlin 1915, umfasst die Geschichte von 1914-1916. Der 2. Teil, verfasst von Hans Nickisch von Rosenegk, Wetzlar 1929, behandelt die Ereignisse 1917/1918. Fumetti war von 1914-1916 Regimentsadjutant und nahm an de Kämpfen teil. Ansonsten ist, wie bei vielen anderen Offizieren der „80er“, noch wenig über seine Biografie bekannt. Nickisch von Rosenegk war ebenfalls dort seit Kriegsbeginn Offizier und vom 10.03.1916 bis Kriegsende Kommandeur des Regiments.