Bad Homburger vor Verdun – weitere Anmerkungen

Vertreter des Kreisverbindungskommandos Hochtaunus und des Hochtaunuskreises legen am Soldatenfriedhof Consenvoye im September 2016 einen Kranz nieder (Quelle: Kreisarchiv).

Die Soldaten aus Bad Homburg wurden nicht zwangsläufig ins Regiment Nr. 80 eingezogen. Wie das vom Geschichtsverein 1924 veröffentlichte so genannte „Gedenkbuch“ vermuten lässt, kam dort sogar nur ein kleiner Teil der Rekruten hin. Im Rhein-Main-Gebiet waren zahlreiche weitere Regimenter stationiert, besonders in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt, die ebenfalls Bad Homburger aufnahmen.

In einer vom Geschichtsverein herausgegebenen Gedenkliste sind die Namen von Gefallenen aus dem einstigen Amt Homburg der Landgrafschaft Hessen-Homburg verzeichnet. Neben dem Kernort sind also auch Friedrichsdorf, Dornholzhausen, Gonzenheim, Seulberg, Köppern und Oberstedten eingeschlossen. In allen Phasen der Schlacht kämpften Männer aus diesen Orten mit; die letzten Toten gab es lange nach dem Abzug der 80er im Oktober und November 1916, als die Franzosen mit einer großen Gegenoffensive konterten und die Deutschen am östlichen Maasufer in die Ausgangsstellung zurückwarfen.

Insgesamt starben vor Verdun 28 Soldaten aus Homburg, 2 aus Friedrichsdorf, 3 aus Köppern, 4 aus Oberstedten und einer aus Seulberg. Von diesen 38 Toten standen fünf in den Diensten der 80er.[1] Für die Homburger Gefallenen errichtete die Stadt das Denkmal am Rabenstein, das 1928 eingeweiht wurde. Die 80er bekamen schon 1926 ihr eigenes Denkmal im Kurpark. 1930 entstand auch am Neroberg in Wiesbaden ein Gefallenendenkmal für die 80er.

Im September legte eine Delegation des Kreisverbindungskommando Hochtaunus und des Hochtaunuskreises einen Kranz am Soldatenfriedhof von Consenvoye bei Verdun nieder.

 

[1] Daten entnommen aus: Ehren-Tafel zum Gedächtnis der Mitbürger aus dem Amt Homburg, die im Weltkrieg 1914-1918 für Heimat und Reich gestorben sind, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Bad Homburg, 16, 1925. Diese Daten wurden auch in einer Tabelle zusammengestellt, die online hier abzurufen ist: http://www.denkmalprojekt.org/covers_de/d_hessen.htm