Exkursion nach Brandenburg

Der Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v.d. Höhe und der Förderverein Kreisarchiv führten vom 7. bis 10. Juni 2012 eine Exkursion nach Brandenburg durch:

 

Auf den Spuren Friedrichs II. von Hessen-Homburg im Brandenburgischen

 

Prinz Friedrich, der spätere Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg erwarb 1661/62 einige Ämter im Brandenburgischen. Dadurch kam er erstmals mit dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, seinem Lehnsherrn, in Verbindung, dessen Nichte Louise von Kurland er 1670 heiratete. In der Folge trat er auch in brandenburgische Kriegsdienste, 1670 wurde er General der Kavallerie. Friedrichs Rolle in der Schlacht bei Fehrbellin 1675 gegen die Schweden, die durch das Kleist'sche Schauspiel „Prinz Friedrich von Homburg" verdichtet wurde, kann an den Orten der Schlacht von 1675 Hakenberg und Fehrbellin historisch erlebt werden. Auf seinen brandenburgischen Gütern begann er eine kolonisatorische und wirtschaftsfördernde Politik, die er später als Landesherr in Homburg fortführen sollte. Auf diesen Spuren der Verbindung „hessischer Löwe und preußischer Adler" wanderten wir mit der Exkursion.

Die Ämter, um die es hier geht, waren Weferlingen, Hötensleben, Winningen (mit Wilsleben) im Gebiet des früheren Herzogtums Magdeburg, bzw. des Fürstentums Halberstadt, die aber nach dem 30jährigen Krieg an Kurbrandenburg gefallen waren (sie gehörten später zur preußischen Provinz Sachsen, heute zu Sachsen-Anhalt) sowie Neustadt an der Dosse in der Mark Brandenburg (genau gesagt: in der Mittelmark), dem Kerngebiet des Kurfürstentums. Weferlingen, Hötensleben und Winningen waren in den Jahren 1645-1650 an den schwedischen Generalfeldmarschall Hans Christoph von Königsmarck verpfändet worden, dieser trat die Rechte daran 1661/62 an Friedrich gegen Einlösung der Pfandsumme ab, ebenso verkaufte er ihm Neustadt an der Dosse. Später kam Oebisfelde durch Tausch gegen Neustadt dazu. Die sogenannten niederen Ämter umfassten beim Tode Friedrichs II. (1708) Hötensleben, Oebisfelde und Winningen. Über Winningen kam es später zu einem langen Rechtsstreit mit dem Herzog von Braunschweig, der damit endete, dass die Homburger Winningen gegen Entschädigung herausgeben mussten. Hötensleben und Oebisfelde blieben bis 1866 im Besitz der Landgrafen von Hessen-Homburg und fielen dann an Hessen-Darmstadt. Die Darmstädter Großherzöge behielten die Besitzungen bis 1913 bzw. 1918 und verkauften sie dann. Am längsten in hessischem Besitz war demnach von diesen Gebieten das Amt Hötensleben, nämlich von 1661/62 bis 1866 bzw. 1918.

7. Juni: Fahrt mit dem Bus nach Oebisfelde und Weferlingen; Führungen durch beide

Orte; dann Weiterfahrt nach Neuruppin, Seehotel Fontane

8. Juni Gang entlang des Schlachtfelds und Besichtigung der Denkmäler für die

Schlacht bei Fehrbellin (in Wirklichkeit Hakenberg) und des Denkmals für den

Großen Kurfürsten in Fehrbellin;

Neustadt an der Dosse: Überreste der Spiegelmanufaktur, die Friedrich II. dort anlegen ließ;

Besichtigung der von Friedrich erbauten Kreuzkirche und des für ihn 1929 errichteten Denkmals;

Besuch des von König Friedrich Wilhelm II. begründeten Brandenburgischen Landgestüts

9. Juni: Stadtführung durch Neuruppin auf den Spuren Fontanes, Schinkels etc.

Fahrt nach Rheinbergs, Schloss und Park

10. Juni: Rückfahrt über Helmstedt (Blick auf die ehemalige Universität „Juleum");

Hötensleben: Führung zu den Resten der mittelalterlichen Burg; Kirche St.

Bartholomäus mit Landgrafenloge.

 

7. Juni

Der erste Besichtigungspunkt war der kleine Ort Oebisfelde, der mit Weferlingen zusammen die Gemeinde Weferlingen-Oebisfelde bildet. Dort führte uns Siegfried Jahn vom Heimatverein durch die Sumpfburg, die in weiten Teilen restauriert wurde. Sie ist umgeben von Wassergräben am Rande einer sumpfigen Niederung an der Aller, dem Drömling. Oebisfelde hatte Friedrich im Tausch gegen Neustadt/Dosse 1694 erworben. Das „Prinzenhaus" war auch zeitweise Aufenthaltsort der Homburger Prinzen Ludwig Gruno und seines Bruder Johann Carl, Söhne Friedrichs III. Ludwig, die die nahe gelegene Universität Helmstedt besuchten. Nachdem die Großherzöge von Hessen-Darmstadt 1866 das Amt geerbt hatten, blieb es in deren Besitz und wurde erst 1913 an die Siedlungsgesellschaft "Eigene Scholle" aus Frankfurt/Oder für 2.400.000 Mark verkauft. Die Burg wurde später von Bauern und dann von einer Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaft genutzt. Seit 1956 gehören die Burggebäude der Stadt.

 

Bild 1: Herr Jahn vor dem Heimatmuseum in der Burg Oebisfelde

Bild 2: „Prinzenhaus"

In der Kirche erinnert noch ein Wappen an der Landgrafenloge an Hessen-Homburg. Es befindet sich dort auch das Grabmal der Familie eines wichtigen Hessen-Homburgischen Beamten, des Drosten Johann Christoph Herold (1718).

 

Bild 3: Kirche; Bild 4: Wappen.



Am Rathaus von Oebisfelde befindet sich auch eine Rolandfigur, die zwar erst 1892 errichtet wurde, aber auf einen Roland aus dem 16. Jahrhundert zurückgeht. Er hält in der linken Hand das Stadtwappen. Der Held Roland (Rodolandus) verlor im Jahre 778 in der Schlacht im Tal von Ronceval (Pyrenäen) sein Leben, als er den Rückzug Karls des Großen deckte. Er wurde zur Symbolfigur des adligen Gottesstreiters. Viele Darstellungen des Helden Roland als freistehende Holz- oder Steinfigur gibt es seit dem 14. Jh. Die heute überzeugendste Deutung der Rolande stammt von Dietlinde Munzel-Everling: in der Zeit Kaiser Karls IV., der sich in die Tradition Karls d. Großen stellte und den Aspekt „Sacrum Imperium" (Heiliges Reich) betonte, wurde auch der Begleiter Roland besonders geehrt. Die Rolandfiguren wurden gedeutet als Zeichen des heiligen auf Karl d. Großen zurückgehenden Kaiserrechts und kaiserlichen Schutzes, vor allem im Hinblick auf Befreiung vom stadtherrlichen Regiment und damit als Symbol städtischer Freiheit und städtischen Selbstbewusstseins. (Dietlinde Munzel-Everling, Rolande).

 Bild 3: Kirche; Bild 4: Wappen.

In Weferlingen führte uns Gerald Wolters vom dortigen Bürgerverein zu der Burg, die die Residenz Friedrichs war, und wo einige seiner Kinder zur Welt kamen. In Weferlingen brachte Louise von Kurland zur Welt: Carl Christian (1674-1695, gefallen bei Namûr), Philipp (1676-1703, gefallen in der Schlacht am Speierbach); Wilhelmina Maria, verh. Gräfin von Aldenburg (1678-1770); Eleonora Margaretha (1679-1773, Kanonissin und Dechantin in Stift Herford), Kasimir Wilhelm (1690-1726, der jüngste Sohn Louises).

 

Friedrichs bekannte Briefe aus der Schlacht von Fehrbellin an seine „allerliebste Frauwe" sind ins Schloss an der Aller geschickt worden. Die beiden ersten Frauen Friedrichs, Margarete Brahe und Louise von Kurland sind in Weferlingen gestorben und wurden zunächst dort beigesetzt. Später wurden ihre Särge in die Homburger Fürstengruft überführt. Auch eines der Kinder Friedrichs aus seiner dritten Ehe mit Sophie Sybille von Leiningen-Westerburg (Friderica Sophia, 1693-1694) ist in Weferlingen geboren. Weferlingen war demnach längere Zeit, auch noch als das Homburger Schloss bereits die Residenz war, wichtig für das Landgrafenhaus und diente als Aufenthaltsort und Zuflucht besonders in Zeiten kriegerischer Unruhen in Hessen.



Die Burg und der Turm, der „Graue Harm" (Hermann) werden derzeit renoviert. Die Kirche in ihrem heutigen Zustand datiert aus dem Jahre 1713. Und die wesentlichen historischen Zeugnisse der Architektur stammen aus einer Zeit nach 1701, als nämlich eine Seitenlinie der Brandenburger das Amt besaß: 1706 huldigte Weferlingen dem Markgrafen Christian Heinrich von Kulmbach-Bayreuth. Das imposante, leider ebenfalls etwas verfallene Grabmonument eines späteren Fürsten, Friedrich Christians von Kulmbach-Bayreuth, als Anbau an die Kirche ausgeführt, kann als Zeugnis barocker Baukunst ein Anziehungspunkt sein. 

 

Bild 7: Burg Weferlingen; Bild 8: Barockes Grabmonument

8. Juni

Der erste Gang führte uns zu dem Ort der Schlacht von Fehrbellin (eigentlich Hakenberg), wo zwei Denkmäler an dieses Ereignis erinnern. Barbara Dölemeyer stellte die historische Figur des Prinzen von Homburg der in Kleists Schauspiel „Prinz Friedrich von Homburg" verdichteten Gestalt gegenüber, ging auf die Rezeption des Schauspiels und die Bezüge zu Hessen-Homburg ein und machte auch einige Bemerkungen zur „Erinnerungskultur" des 19. Jahrhunderts.

 

Das alte Denkmal in Hakenberg wurde 1800  durch den preußischen Schulreformer Friedrich Eberhard von Rochow auf Reckahn errichtet, der es auf eigene Kosten aufstellen ließ. Es heißt hier zwar in erster Linie (Vorderseite: „Friedrich Wilhelm d. Große kam sah und siegte den 18. Juni 1675") aber auf der Rückseite: „Hier legten die braven Brandenburger den Grund zu Preußens Größe..." und auf den Seitenflächen finden sich die Namen der militärischen Hauptakteure: u.a. Friedrich Landgraf von Hessen. Das Denkmal wurde 2003 restauriert, nachdem der damalige FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Gerhardt sich lange dafür eingesetzt und Geld gesammelt hatte, dabei wurden die Inschriften wieder lesbar gemacht.



Dem gegenüber rückt das sog. neue Denkmal aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts den Großen Kurfürsten in den Mittelpunkt. Auf Antrag des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des späteren Kaisers Friedrichs III., wurde am 18. Juni 1875 anlässlich der 200-Jahrfeier der Schlacht der Grundstein zu dem neuen Denkmal, einer großen Siegessäule gelegt; die Einweihung erfolgte 1879. Hier steht der Große Kurfürst im Mittelpunkt des Gedenkens.

 

Anschließend besichtigten wir noch das Denkmal für den Großen Kurfürsten in Fehrbellin, trotz Navigationsgerät im Bus sehr schwer zu finden, weil in einem „Kurfürstenpark" hinter Hecken versteckt. Eine besondere musikalische Einlage gaben uns dann einige Mitglieder unter Anleitung von Gerta Walsh, die das schöne Wanderlied (inoffizielle Hymne des Landes Brandenburg) „Märkische Heide, märkischer Sand, sind des Märkers Freude, sind sein Heimatland..." zum Besten gaben: „... steige auf du stolzer (oder auch: roter) Adler...". Großer Applaus.



 

Bilder 9 + 10: Altes Denkmal; Bild 11: Neues Denkmal

Bild 12: Auf dem Wege vom alten zum neuen Denkmal in Hakenberg (in dieser Formation hätten wir die Schlacht sicher nicht gewonnen).

Bild 13: Spontane Gesangseinlage „Märkische Heide, märkischer Sand" vor dem Kurfürstendenkmal



Dann ging es weiter nach Neustadt an der Dosse; auf der Fahrt dorthin berichtete uns Ingrid Berg über die Glashütten Landgraf Friedrichs II. und über einige der Glasmachermeister und ihre weltweiten Beziehungen. In Neustadt genossen wir zuerst in Olaf's [Achtung: Apostrophitis] Werkstatt ein stärkendes Mittagsmahl. Dann führte Hans-Joachim Wallert durch ein kleines Museum zur Geschichte des Spiegelbergs (Glaserzeugung) und das Industriedenkmal Altes Gaswerk. 

 

Anschließend führte uns Frau Lutz zu der sehr interessanten Kreuzkirche Neustadt/Dosse, zu der Prinz Friedrich 1673 den Grundstein legte, die 1686 eingeweiht und 1696 fertig gestellt wurde. Der Heimathistoriker Siegbert Weiß, der die Chronik Kreuzkirche Neustadt verfasste (2008), schreibt dazu, dass es mehrere Theorien gibt, welchem Muster diese erste Zentralkirche in der Mark Brandenburg folgte. Die wahrscheinlichste ist seiner (und anderer Experten) Meinung nach die, dass Friedrichs Baumeister Reinhardt (?) auf Wunsch des Bauherrn die Stockholmer Katharinenkirche (aus der Heimat seiner Gemahlin Margarete Brahe) zum Vorbild nahm.

 

Neben der Kirche befindet sich das 1929 eingeweihte Denkmal für „Friedrich II., den Helden von Fehrbellin, durch dessen Gunst dem Orte am 24. August 1664 Stadtrechte verliehen wurden". 1998 erhielt es ein neues „Hessen-Homburger" Wappen, (über dessen Zusammensetzung und Erklärung sich eine gewisse Diskussion entspann). Das Gelände der ehemaligen Glaserzeugung, heute Park Spiegelberg konnten wir ebenfalls betrachten und Frau Lutz führte durch das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse sowie das dazugehörige Museum. 

 

Auf dem Rückweg konnten wir die im Jahre 2008 nach Friedrich benannte Prinz-von-Homburg-Schule sehen, die als „Schule besonderer Prägung" Spezialklassen Reitsport anbietet. 

 

Bild 14: Museum Spiegelberg

Bild 15:  Industriedenkmal Gaswerk

Bilder 16 + 17: Kreuzkirche (Außen- und Innenansicht)

Bild 18: Denkmal "für Friedrich II., den Helden von Fehrbellin" von 1929

Bild 19: Park Spiegelberg

Bild 20: Brandenburgisches Haupt- und Landesgestüt

Bild 21: Prinz-von-Homburg-Schule

9. Juni

Nachdem wir am Abend des 8. Juni noch einen sehr anregenden einführenden Vortrag in die Geschichte Neuruppins und seiner Persönlichkeiten (nicht nur Fontane, auch Schinkel, Max Wiese etc.) von Herrn Günter Rieger gehört hatten, der einen Verlag für lokal- und regionalgeschichtliche Publikationen betreibt und wunderschöne kleine Führer zu Neuruppin, Fontane, Rheinsberg, Friedrich d. Gr. in seinen Lebensstationen etc. herausbringt, wurden wir am von ebendiesem Kenner der Materie durch Neuruppin geführt.

 

„Unterm Birnbaum" erzählte Herr Rieger anschaulich von Lebensschicksalen u.a. aus den Familien Fontane und Schinkel. Dann ging es zum Schinkel-Denkmal, zur „Fontane"-Apotheke, zum Gymnasium mit der Inschrift „Civibus aevi futuri", und schließlich in den Tempelgarten. In diesem früheren „Amaltheagarten" ließ Kronprinz Friedrich, der 1732 bis zu seiner Thronbesteigung 1740 viele Zeit in Neuruppin verbrachte, einen Apollotempel erbauen. Der Garten diente ihm als Nutz- und Ziergarten. Hier steht das einzige Denkmal, das für Friedrich den Großen zu seinen Lebzeiten errichtet wurde und an die Jahre in Neuruppin erinnert, in denen er sein Regierungskonzept entwarf.

 

Die ehemalige Hospitalkirche (durch private Stiftung erhalten) dient heute als Kulturzentrum

Der Nachmittag gehörte der wunderschönen Anlage von Schloss und Park Rheinsberg. Auf der Fahrt dorthin sprach Peter Maresch über Theodor Fontane und seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg".

 

Bild 22: „Unterm Birnbaum" im Hof des Predigerwitwenhauses

Bild 23: Gymnasium: Civibus aevi futuri 

Bild 24:  Apollotempel im Tempelgarten 

Bild 25:  Denkmal für Friedrich d. Großen 

Bild 26: Ehemalige Hospitalkirche

Bild 27: Rheinsberg vom Park aus gesehen 

Bild 28: Grabstätte des Prinzen Heinrich 

Bild 29: Abendstimmung am Ruppiner See, von der Hotelterrasse Seehotel Fontane



10. Juni

Nun begann die Rückfahrt. Erster Haltepunkt war Helmstedt, wo es nicht nur ein Mittagessen im Ratskeller gab, sondern auch ein kurzer Besuch beim „Juleum", der Helmstedter ehemaligen Universität durch Gregor Maier geführt und erläutert wurde.

 

Der letzte Programmpunkt war Hötensleben, das Amt, das am längsten im Besitz der Hessen-Homburger und dann der Hessen-Darmstädter war (von 1661/62 bis 1918). Achim Walther und Rüdiger Herm holten uns am Grenzdenkmal Oebisfelde (Reste der DDR-Mauer etc.) ab und führten uns zu den Überresten der mittelalterlichen Burg, die sehr verfallen sind. Von der kleinen Residenz, die Landgraf Kasimir Wilhelm sich ab 1720 einrichtete, ist nichts mehr zu sehen. Er starb hier 1726. Seine Witwe und seine Kinder lebten hier noch bis 1746.

 

Die Kirche St. Bartholomäus war ursprünglich spätgotisch. In den Jahren 1676-1680 wurde sie durch die hessen-homburgische Fürstenfamilie restauriert und prachtvoll-barock umgebaut. Ein zweiter Zugang von Osten her wurde durch ein zur Tür umgebautes Fenster hergestellt. Zu dieser Tür führt eine Freitreppe aus Sandstein, an deren Brüstung die Jahreszahl 1679 sowie drei Wappen zu sehen sind. Das große siebenfeldige Wappen Friedrichs (mit fünf Helmen) ist noch relativ gut zu auszumachen. Die beiden kleinen fünffeldigen, von zwei bzw. drei Helmen gekrönten Wappen sind sehr verwittert und nur wer den Zusammenhang kennt, kann herausfinden, dass es sich um die Wappen der beiden ersten Gemahlinnen Friedrichs II. handelt. Links ist das Elen aus dem kurländischen Wappen der Louise Elisabeth eher zu erahnen als zu erkennen, rechts der silberne Reiter aus dem Wappen der Gräfin Brahe. Aus einem Vergleich mit den Wappen Friedrichs, der Gräfin Brahe und Louises von Kurland, wie sie sich über dem Torportal am Homburger Schloss von der Herrengasse her befinden (G. Müller in Alt Homburg 1990, Heft 4), lässt sich das genauer ersehen.

 

Die Rückfahrt am Sonntagabend war wegen vieler Staus etwas mühsam, aber wir sind alle wohlbehalten und voller neuer Eindrücke in Bad Homburg angekommen.

 

Bild 30: Juleum

Bild 31: Kirche St. Bartholomäus 

Bild 32: Taufbecken 

Bild 33: Wappen in Hötensleben

Bild 34: Wappen Friedrichs II., der Brahe und der Louise von Kurland am Schlosseingang Homburg von der Herrngasse

 



Copyright Bericht und Bilder: Barbara Dölemeyer Juli 2012