Auf den Spuren Louis Jacobis in Bad Homburg

Detailfotos zum Rundgang finden Sie neben den Texten

Am 26. September fand auf der Saalburg eine kleine Feierstunde anlässlich des 100. Todestags Louis Jacobis (24. September 1910) statt, in der an den Wieder-Erbauer der Saalburg, Gründer des Saalburgmuseums und Initiator des archäologischen Parks Saalburgkastell erinnert wurde. Der heutige „Nachfolger“ Louis Jacobis als Saalburgdirektor, Prof. Egon Schallmayer, konnte zu dieser Feier auch Frau Staatsministerin a.D. Ruth Wagner begrüßen, der das Saalburgmuseum große Unterstützung – ideal wie materiell – verdankt.

 

In ihrem Vortrag „Louis Jacobi  – Der Baumeister des Kaisers und die Saalburg-Rekonstruktion“ stellte Prof. Barbara Dölemeyer, die Vorsitzende des Bad Homburger Geschichtsvereins, der sich auf Louis Jacobi als Gründungsmitglied berufen kann, seine persönliche Biographie in den Zusammenhang der Zeitereignisse. Sie ging dabei auch auf  das spezielle Interesse der Hohenzollernfamilie und vor allem Wilhelms II. an den Ausgrabungen ein. Die bekannte Vorliebe des Kaisers für Geschichte und für technische Neuerungen gab dann den Anstoß für den Wiederaufbau-Entschluss, den er gerade durch Louis Jacobi ausführen konnte, welcher der kaiserlichen Familie verbunden war und seit längerem an den Saalburgforschungen teilhatte.

 

Der Vortrag behandelte die Saalburgforschung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei auch auf die unterschiedlichen Auffassungen in der Denkmalpflege und der Archäologie zur Rekonstruktionsfrage von Bedeutung waren. Ein wichtiger, auch heute noch zentraler Aspekt waren die neu aufkommenden Tourismus-Interessen: die Saalburg als Fremdenverkehrs-Attraktion – schon zur Kaiserzeit! In diesem Zusammenhang ging der Vortrag auch auf Jacobis Konzept für die Saalburg als Gesamtanlage ein und behandelte seine Tätigkeit als Public-relations-Mann und Museums-Didaktiker. Der weitere Ausbau des Römerkastells Saalburg samt den Außenanlagen zum Archäologischen Park sei – wie auch die Arbeit an der Historie – ein „work in progress“, welches der Nach-, Nachfolger Louis Jacobis Prof. Egon Schallmayer – ganz im Sinne Louis Jacobis – realisiert.

 

Im Anschluss an den Vortrag fand – bei prächtigem Herbstwetter – ein Gedenken an Louis Jacobi an dessen blumengeschmückter Porträtbüste vor dem Horreum statt.

 

Erläuterung zu den beiden folgenden Bildern:

1. Gedenkfeier an der Jacobi-Büste auf der Saalburg am 26. September 2010 (von links nach rechts: Prof. Dr. Egon Schallmayer, Staatsministerin a. D. Ruth Wagner, Prof. Dr. Barabra Dölemeyer).

2. Kopie eines Fotos von der Gedenkfeier anlässlich Louis Jacobis 100. Geburtstags 21. April 1936.

Jacobi-Haus Dorotheenstraße 12

1) Haus Dorotheenstraße 12:
Erbaut 1719; 1837 von Vater Heinrich Christian Jacobi erworben, 1870 durch dessen Witwe Susanne aufgestockt; ab 1880 erhielt das Haus durch Louis Jacobi die charakteristische Kieselverkleidung (Auslöser einer „Kieselmode“ in Homburg) und einen gartenseitigen Anbau.

 

Foto Dölemeyer 1990

Erlöserkirche

2) Erlöserkirche
Als Mitglied des Kirchenvorstands der evangelisch-lutherischen Gemeinde (1869/70-1910) war Jacobi beteiligt am Zustandekommen der Union der protestantischen Kirchengemeinden 1901, an der Auswahl des Standorts und an der Baubegleitung für die Erlöserkirche (erbaut 1903-1908 von Spitta/Schwechten).

 

Foto Dölemeyer 2010

Romanische Halle im Schlosshof

3) Romanische Halle
Anbau an den Bibliotheksflügel des Schlosses; erbaut 1901 für Wilhelm II. unter Verwendung von romanischen Säulen aus dem ehemaligen Kloster Brauweiler bei Köln.

 

Foto Dölemeyer

Marktlauben Obere Louisenstraße

4) Marktlauben und Marktdrogerie
Die Marktlauben, 1907/1908 in historisierendem Fachwerk gebaut, waren ursprünglich offen und enthielten Marktstände. Von der geplanten analogen Bebauung auf der Süd- und Ostseite des Marktplatzes ist nur die Marktdrogerie (Louisenstraße 19) realisiert worden.

 

Foto Dölemeyer 1985

Engel Apotheke

5) Engel Apotheke Schulberg 7-9. Das Haus wurde 1684 errichtet und 1901-1904 im Fachwerkstil umgebaut. Das Engelsymbol schuf der Bildhauer August Stenger, der oft mit Jacobi zusammenarbeitete.

 

Foto Dölemeyer

Denkmal für J. Chr. Rind

6) Denkmal für Johann Christian Rind
Errichtet 1898, Rind’sche Stiftstraße/ Mußbachstraße, gestiftet von Bürgern der Altstadt; nach Jacobis Entwurf gefertigt von Jacob May.

 

Foto Dölemeyer

Grabplatte Jacobi

7) Grab Louis Jacobis
Auf dem evangelischen Friedhof am Untertor. Stein mit Bronzerelief-Platte von August Stenger: Portrait Jacobis und Abbildung des Saalburg-Kastells.

 

Foto Dölemeyer

 

Friedhofskapelle

8) Friedhofskapelle auf dem katholischen Friedhof am Gluckensteinweg
Errichtet 1879; die Krypta unter der Kapelle, errichtet nach den Abmessungen des „Heiligen Grabes“ in Jerusalem, ist die Gruft der Stifterfamilie Jung.

 

Foto Dölemeyer

Leichenhalle Jüdischer Friedhof

9) Leichenhalle auf dem Jüdischen Friedhof am Gluckensteinweg. Erbaut nach Entwurf Jacobi, ebenso wie das jüdische Gemeindehaus (heute Volkshochschule).   

 

Foto Dölemeyer        

Landgrafen-Denkmal

10) Altes Landgrafendenkmal
Im ehemaligen Englischen Garten zwischen Heuchelheimer Straße und Tannenwaldallee; gestiftet von Marie Blanc; Entwurf Louis Jacobi, Medaillons von Jacob May; errichtet 1869-1871. Stellt einen Eichenstamm mit sechs Aststümpfen (die sechs Söhne Landgraf Friedrichs V. Ludwig) dar. Inschrift: „Erinnerung an das Fürsten- und Heldengeschlecht der Hessen-Homburger“.

 

Foto Dölemeyer

Hölderlin-Denkmal im Kurpark

11) Hölderlin-Denkmal im Kurpark
Errichtet 1883 durch den Verein für Geschichte und Altertumskunde Bad Homburg v. d. Höhe. Entwurf Jacobi, ausgeführt durch Jacob May. Das Reliefbild zeigt Hölderlin nach dem Pastell von Hiemer. Die Inschriften enthält Zitate aus „Die Heimat“ und „Hyperion“.

 

Foto Dölemeyer

Russische Kirche im Kurpark

12) Russische Kirche
1896-1899 errichtet nach den Plänen von Louis Benois unter der Bauleitung Louis Jacobis. Dieser entwarf dann das russische Pfarrhaus Am Elisabethenbrunnen (1909-1911).

 

Foto Dölemeyer 2010

Kaiser Wilhelm Bad im Kurpark

13) Kaiser-Wilhelms-Bad
1887-1890 errichtet. Repräsentatives Badehaus nahe der Brunnen, mit für die damalige Zeit modernsten Kureinrichtungen. Heute Sitz von Kurverwaltung und Kur-Royal Day Spa.

 

Foto Dölemeyer

Villa Hammelmann, Louisenstraße 120

14) Villa Hammelmann, Louisenstraße 120, erbaut 1902. Von 1973-1984 war dort das Stadtarchiv und Heimatmuseum untergebracht.

 

 

Foto Dölelmeyer

Evangelische Kirche Gonzenheim

15) Evangelische Kirche Gonzenheim
Kirchgasse. Der Neubau einer um die Mitte des 19. Jahrhunderts baufällig gewordenen Kirche wurde 1845 von Jacob Westerfeld geplant. Aus Geldmangel konnte zunächst nur der Turm gebaut werden, erst 1876/77 schloss Jacobi das Kirchenschiff an den Turm.

 

Foto Dölemeyer

Feierstunde zum 100. Todestag Louis Jacobis am 26. September 2010 auf der Saalburg

Am 26. September fand auf der Saalburg eine kleine Feierstunde anlässlich des 100. Todestags Louis Jacobis (24. September 1910) statt, in der an den Wieder-Erbauer der Saalburg, Gründer des Saalburgmuseums und Initiator des archäologischen Parks Saalburgkastell erinnert wurde. Der heutige „Nachfolger“ Louis Jacobis als Saalburgdirektor, Prof. Egon Schallmayer, konnte zu dieser Feier auch Frau Staatsministerin a.D. Ruth Wagner begrüßen, der das Saalburgmuseum große Unterstützung – ideal wie materiell – verdankt.

 

In ihrem Vortrag „Louis Jacobi  – Der Baumeister des Kaisers und die Saalburg-Rekonstruktion“ stellte Prof. Barbara Dölemeyer, die Vorsitzende des Bad Homburger Geschichtsvereins, der sich auf Louis Jacobi als Gründungsmitglied berufen kann, seine persönliche Biographie in den Zusammenhang der Zeitereignisse. Sie ging dabei auch auf  das spezielle Interesse der Hohenzollernfamilie und vor allem Wilhelms II. an den Ausgrabungen ein. Die bekannte Vorliebe des Kaisers für Geschichte und für technische Neuerungen gab dann den Anstoß für den Wiederaufbau-Entschluss, den er gerade durch Louis Jacobi ausführen konnte, welcher der kaiserlichen Familie verbunden war und seit längerem an den Saalburgforschungen teilhatte.

 

Der Vortrag behandelte die Saalburgforschung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei auch auf die unterschiedlichen Auffassungen in der Denkmalpflege und der Archäologie zur Rekonstruktionsfrage von Bedeutung waren. Ein wichtiger, auch heute noch zentraler Aspekt waren die neu aufkommenden Tourismus-Interessen: die Saalburg als Fremdenverkehrs-Attraktion – schon zur Kaiserzeit! In diesem Zusammenhang ging der Vortrag auch auf Jacobis Konzept für die Saalburg als Gesamtanlage ein und behandelte seine Tätigkeit als Public-relations-Mann und Museums-Didaktiker. Der weitere Ausbau des Römerkastells Saalburg samt den Außenanlagen zum Archäologischen Park sei – wie auch die Arbeit an der Historie – ein „work in progress“, welches der Nach-, Nachfolger Louis Jacobis Prof. Egon Schallmayer – ganz im Sinne Louis Jacobis – realisiert.

 

Im Anschluss an den Vortrag fand – bei prächtigem Herbstwetter – ein Gedenken an Louis Jacobi an dessen blumengeschmückter Porträtbüste vor dem Horreum statt.

 

Erläuterung zu den beiden folgenden Bildern:

1. Gedenkfeier an der Jacobi-Büste auf der Saalburg am 26. September 2010 (von links nach rechts: Prof. Dr. Egon Schallmayer, Staatsministerin a. D. Ruth Wagner, Prof. Dr. Barabra Dölemeyer).

2. Kopie eines Fotos von der Gedenkfeier anlässlich Louis Jacobis 100. Geburtstags 21. April 1936.